Pflichttext

Erkältung vorbeugen

Schnupfen, Heiserkeit und Co.: So können Sie einer Erkältung vorbeugen.

Ob Husten, eine verstopfte Nase oder ein Kratzen im Hals – an solchen oder ähnlichen Beschwerden erkennt man die ersten Anzeichen einer klassischen Erkältung. Manche Betroffene bekommen zudem leichtes Fieber. Erwachsene erkranken in der Regel mehrmals im Jahr, kleine Kinder sogar bis zu zwölfmal jährlich. Obwohl ein solcher Infekt an sich nicht weiter dramatisch ist, kann es acht bis zehn Tage dauern, bevor die Symptome wieder langsam abklingen.

Doch wie genau fangen wir uns eigentlich eine Erkältung ein? Über welche Wege gelingt es den Viren, in unseren Körper einzudringen und die Erkrankung auszulösen? Wer mehr darüber weiß, kann einem Infekt umso besser aus dem Wege gehen und eine Ansteckung vermeiden. Machen Sie sich schlau: 

Warum erkranken wir vor allem im Herbst und Winter?

Eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt wird durch Viren ausgelöst. Zwar sind die Erreger zwölf Monate im Jahr unterwegs, so dass wir uns auch jederzeit damit anstecken können. Aber gemeinhin gelten vor allem die kalten Jahreszeiten als typische Erkältungssaison. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Im Herbst und Winter halten wir uns häufiger in geheizten Innenräumen auf. Dies entzieht unseren Schleimhäuten – vor allem in Nase und Rachen – wertvolle Feuchtigkeit und schwächt unser Immunsystem. Dann können Erreger viel schneller in unsere oberen Atemwege eindringen und sich dort vermehren. 

Genau deshalb äußert sich eine Erkältung auch zuerst mit einer laufenden Nase, Halskratzen oder -schmerzen. In puncto Verlauf, Dauer und Symptomen ist eine solche Infektion von Mensch zu Mensch aber sehr unterschiedlich.

Unsere Schleimhäute erfüllen eine zentrale Aufgabe für unsere natürliche, körpereigene Abwehr. Hier sitzen Immunzellen, die bei einem Virenangriff normalerweise sofort in Stellung gehen und die Erreger gezielt bekämpfen. Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn die Atemwege gut befeuchtet sind. Trocknen sie aus, ist unser Immunsystem beeinträchtigt und Viren haben leichtes Spiel.

Dazu kommt, dass wir uns im Herbst und Winter deutlich weniger bewegen und uns seltener im Freien aufhalten. Und selbst dort schlägt uns oft trockene, kalte Luft entgegen. Weniger Sonne und der ständige Wechsel zwischen Kälte draußen und warmer Heizungsluft drinnen – all dies macht unserem Immunsystem zusätzlich zu schaffen.

Wie bahnen sich Erkältungsviren den Weg in unseren Körper?

Mit einer Erkältung bzw. einem Schnupfen infizieren wir uns meistens über die sog. „Tröpfcheninfektion“. Schon beim ganz normalen Sprechen oder Atmen setzen wir Tausende winziger Partikel Sekret aus unserem Speichel frei – noch mehr beim Husten oder Niesen. Dabei werden sogar bis zu einer Million dieser Tröpfchen durch die Luft geschleudert und können viele Meter weit fliegen. So betrachtet bekommt der bekannte Begriff „Bazillenschleuder“ eine sehr anschauliche Bedeutung.

Tragen wir Erkältungsviren in uns, sind diese Tröpfchen für andere Menschen in unserem Umfeld sehr ansteckend – nicht nur in der Atemluft. Denn nach einer Weile sinken sie zu Boden, bleiben insbesondere auf glatten Flächen haften und können hier noch stundenlang infektiös bleiben.

Dann übertragen wir sie vor allem über unsere Hände. Wir fassen zum Beilspiel an Lichtschalter, Türklinken, Haltegriffe in Bussen und Bahnen oder andere Stellen, die von vielen Menschen berührt werden. Anschließend fahren wir uns mit den Fingern ins Gesicht und öffnen den Erregern damit Tür und Tor zu unseren Schleimhäuten in Nase, Rachen oder Augen. Und schon kann es uns erwischen!

Manche dieser Tröpfchen sind besonders winzig – man spricht von Mikropartikeln bzw. Aerosolen. Diese sind sehr tückisch, denn sie sind so leicht, dass sie extrem lange in der Luft schweben und sehr weit gelangen können.

Wie kann man Erkältungsviren aus dem Weg gehen?

  • Der beste Tipp zuerst: Halten Sie Abstand – insbesondere, wenn Sie während der typischen Erkältungssaison viel unter Menschen sind. So können Sie sich gut schützen.
  • Halten Sie sich selber, wenn Sie niesen oder husten müssen, nicht die Hand vor den Mund, sondern niesen Sie lieber in die Armbeuge. So schützen Sie auch andere Menschen vor einer Weiterverbreitung der Viren über die Atemluft oder die Hände.
  • Verzichten Sie gerade während in der kalten Jahreszeit auf das übliche Händeschütteln zur Begrüßung. Dies ist nicht unhöflich. Ihr Gegenüber wird sicher dafür Verständnis haben.
  • Achten Sie auf regelmäßiges Händewaschen – nicht nur auf Handrücken und -flächen, sondern auch zwischen den Fingern. Vermeiden Sie dabei allzu großzügigen Einsatz von Desinfektionsmitteln, da diese schnell unser natürliches Immunsystem torpedieren können. Die gute alte Regel „Viel hilft viel“ ist hier eher schädlich. Mit warmem Wasser und Seife kann man sich bereits sehr gut schützen und so mancher Infektion vorbeugen.

Wie macht man sein Immunsystem fit gegen Erkältungsinfekte?

Natürlich können wir die Konfrontation mit Erkältungsviren nicht komplett vermeiden – zumal insgesamt rund 200 verschiedene, auslösende Arten von Viren bekannt sind. Der beste Schutz ist eine starke körpereigene Abwehr.

  • Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter täglich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält nicht nur den gesamten Organismus fit. Sie hilft auch, die Schleimhäute feucht und deren Immunzellen stark zu erhalten.
  • Drehen Sie die Heizung nicht zu hoch auf. Idealerweise installieren Sie einen Luftbefeuchter oder stellen einfach mit Wasser gefüllte Gefäße auf die Heizkörper. Dies sorgt für ein Plus an Luftfeuchtigkeit – auch den Schleimhäuten zuliebe.
  • Lüften Sie auch zur kalten Jahreszeit regelmäßig – am besten durch fünfminütiges Stoßlüften bei komplett geöffneten Fenstern. Dies schafft eine gesunde Raumluft und ist zudem in Sachen Energieverbrauch deutlich vernünftiger, als Fenster über einen langen Zeitraum nur zu kippen.
  • Sorgen Sie zu jeder Jahreszeit für ausreichend Bewegung an der frischen Luft. Dies kurbelt unseren Kreislauf an und stärkt das Immunsystem. Angemessen und warm gekleidet freut sich unser Organismus auch im Herbst und Winter über körperliche Aktivität oder einen Sparziergang im Freien.
  • Meiden Sie Zigarettenrauch bzw. aktiven Nikotinkonsum. Dies schädigt nachweislich die Atemwege und macht sie umso empfänglicher für Erkältungsinfekte.
  • Saunabesuche oder kalt-warme Wechselduschen bringen unsere natürliche Abwehr in Schwung.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Frisches Obst und Gemüse gewährleisten, dass unser Körper stets ausreichend mit wichtigen Vitaminen, Mineralien sowie Spurenelementen versorgt und damit umso stärker gegen Infekte ist.
  • Sorgen Sie für genügend erholsamen Schlaf. Unser Organismus braucht dringend seine Ruhephasen, um in puncto Immunabwehr zu Hochform aufzulaufen.
  • Organisieren Sie Ihren Alltag mit einer Portion Weitblick und versuchen Sie, Stress so gut es geht zu vermeiden. Denn Anspannung zehrt an unseren Kräften und an unserem Immunsystem.

... und wenn es uns bereits erwischt hat?

Niemandem gelingt es, Erkältungen immer und überall aus dem Wege zu gehen. Wichtig ist in jedem Fall, dass man den Infekt richtig auskuriert.

Wer möchte schon länger als nötig flach liegen – am Ende vielleicht sogar aufgrund einer Bronchitis mit trockenem Reizhusten bzw. produktivem Husten oder einer Lungenentzündung? Von der akuten Phase bis hin zum Abklingen der Beschwerden können Sie selber aktiv werden, um die Dauer einer Erkältung zu verkürzen.